Das Thema „Kinderarmut“ beschäftigt nicht nur die Regierung, Eltern oder die Öffentlichkeit, auch die Jugendlichen selbst setzen sich damit auseinander. In Hamburg wurde aus diesem Grund die Hip Hop Academy ins Leben gerufen, die sich an Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren richtet. Das Team des Billstedter Kulturpalastes bietet Hip Hop Dance – Unterricht an und gibt den Jugendlichen somit die Möglichkeit ihren Gefühlen, Ängsten und auch Zorn Ausdruck zu verleihen. Hip Hop, bekannt als die Musik der Straße in den Armutsvierteln Amerikas, fördert ein Gefühl der Gemeinsamkeit und der Zusammengehörigkeit. Das Projekt bietet 35 Jugendlichen die Möglichkeit ein Sommercamp zu besuchen und sich danach in verschiedenen Trainingseinheiten von bekannten Größen der Hip Hop und Rap – Szene ausbilden zu lassen. Ziel ist es, wie einer der Trainer es formulierte, negative Energie in positive umzuwandeln.
Die Stadt Frankfurt am Main hat ebenfalls ein interessantes und effektives Projekt für Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Verhältnissen ins Leben gerufen. Im Stadtteil Sachsenhausen wurde ein Box Camp eröffnet, das die Jugendlichen von der Straße zum Sport führt. Mädchen und Jungs können hier für 5 Euro im Monat trainieren. Wer den Monatsbeitrag nicht zahlen kann, putzt mal eine Stunde die Geräte oder entfernt Laub vom Gelände. Peter Benesch, ehemaliger deutscher Vizemeister im Powerlifting, hat dieses Camp ins Leben gerufen. Er setzt sich seit Jahren für die Jugendlichen in Frankfurt ein und wurde von der Stadt Frankfurt bereits für sein Engagement im Bereich Gewalt-Prävention mit dem Integrationspreis ausgezeichnet. Benesch möchte noch weitere Trainingscamps in anderen brisanten Stadtteilen Frankfurts aufbauen, bemängelt jedoch die mangelnde finanzielle Hilfe der Stadt und des Landes Hessen für seine Arbeit.
Zum Thema Lernen statt Straße hat die die Düsseldorfer Euroweb Stiftung einen wichtigen Beitrag geleistet. Sie unterstützt sozial schwache Jugendliche mit Workshops im Bereich Medien, um das Interesse am Lernen wieder in den Mittelpunkt zu rücken.
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