Nachdem der deutsche Mobilfunkmarkt Anfang des neuen Jahrtausends bereits weitgehend gesättigt und wenig dynamisch schien gibt es jetzt wieder einige Trends, die frischen Wind in die Handybranche bringen.
So ist zum Beispiel das Handy Internet ein momentan vielleicht noch nicht besonders beachtetes aber dennoch rasant wachsendes Gebiet im Mobilfunkbereich. Nachdem die UMTS Flatrate für das Notebook schon seit einiger Zeit einen Boom verzeichnet könnte sich der mobile Internetzugang über das Handy innerhalb von kürzester Zeit ebenfalls zu einem Megatrend entwickeln.
Die Bedingungen für die mobile Internetnutzung bessern sich fortlaufend:
- Die mobile Datenübertragungstechnologie UMTS sorgt für flotte Down- und Uploads. Das noch schnellere HSDPA sorgt zusammen mit dem Turbo-Aufsatz HSUPA für Transferraten, die sich mit Festnetz-Breitband a la DSL vergleichen lassen.
- Handyhersteller wie Nokia, Sony Ericsson und Samsung lassen einer Modelloffensive die nächste folgen. Dabei sind die Geräte der neuesten Generation stets ein bisschen besser bei der Übertragung und der Darstellung von mobilen Webinhalten. Auch an der Bedienbarkeit wird konstant gearbeitet.
- Die Netzbetreiber bieten inzwischen auf das Handy Internet zugeschnittene Spezialtarife an, die nicht mehr viel mit den überteuerten Tarifen für Business-Kunden aus der Anfangszeit des mobilen Internets zu tun haben.
Trotz dieser Entwicklung besteht für viele Menschen eine relativ hohe Hemmschwelle, sich auf das mobile Internet einzulassen. Dies könnte damit zu tun haben, dass in der Vergangenheit oftmals solche Telekommunikationsangebote als Kostenfallen negativ aufgefallen waren. Auch die Komplexität der technischen Umsetzung eines mobilen Internetzugangs schreckte viele ab.
Somit ist bei den Mobilfunkunternehmen noch viel an Überzeugungsarbeit zu leisten, um die Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden, durch attraktive Konzepte wieder wettzumachen.
Die Ausgangslage für die Mobilfunkkonzerne in Deutschland ist derzeit generell günstig. Dabei gibt es aber betreiberspezifische Unterschiede, die sich auch auf die Position im Marktgefüge auswirken. Vodafone zum Beispiel ist ein Unternehmen mit starker Positionierung quer durch seine Produktpalette. Sowohl im Bereich Telefonie als auch bei UMTS Datenkarten – Vodafone nennt die UMTS / HSDPA Datenkarten ‘Mobile Connect Card UMTS Broadband’ – ist man bei dem Unternehmen sehr gut aufgestellt. Das mobile Internet nimmt inzwischen auch der Branchenprimus T-Mobile ernst und hat sich über die web n walk Serie im mobilen Zugangsgeschäft positioniert. Zudem profitiert T-Mobile von der praktisch flächendeckenden Verfügbarkeit von EDGE im eigenen GSM-Netz. So ist es für viele Mobilfunkkunden zu eher zu verschmerzen, wenn in schwach besiedelten Gegenden keine teure UMTS Infrastruktur aufgebaut wurde – man surft nämlich mit EDGE immerhin mit bis zu 217 Kbit/s, also gut der hälfte der UMTS Geschwindigkeit.
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